Samstag, 7. März 2009

Cherished Interpudlians...


Die Lieblingsband arbeitet. Wenn das mal nicht die besten Nachrichten der Woche sind.


Hoffnungsträger 1: "We find ourselves marveling at the tremendous focus that has defined our early rehearsals for this, our 4th effort."

Hoffnungsträger 2: "We just make the music."

Hoffnungsträger 3: "It's as though we've hit upon a balance between our urgency and our calm. And true to our better work, this is music that unravels over time."


Man sollte sich aber doch den ganzen Text geben und sich daran erfreuen.

Freitag, 6. März 2009

Schlagermusik von Germanistikabbrechern

Über Angelika Express gibt es nicht allzu viel zu sagen, dass ich nicht gestern schon gesagt hätte. Einfache, lustige Show, Sound OK, Variationen zum Album eher gering. Zwischen den Songs ein bisschen Ösi vs. Piefke-Banter von Seiten der Band (Kkkkina und Schschschina - sie sind ja aus Köln) und Anekdötchen über H&M-Pullover. Lustig war's, nur leider haben sie "Ich bin kein Amerikaner" nicht gespielt.


Viel mehr gibt es über die Vorband zu sagen, Kommando Elefant. Ob sie tatsächlich Germanistikabbrecher sind, weiß ich nicht - ist aber auch egal. Während dem gesamten Konzert habe ich mich gefragt: "Meinen die das ernst? Sind sie sich bewusst, dass ihre Lieder ärgere Mitschunkelqualität besitzen? Und wenn ja, warum tun sie das? Greifen sie den Authentizitäts- und "nicht Pop sein darf"-Zwang in der Indie-Szene an (der es ja wirklich verdient, angegriffen zu werden)? Oder denken sie, dass Schlagerrythmen Potential haben und eigentlich eh geiler Scheiß sind?"

Da singen sie über Ludwig Wittgenstein, Bernd Begemann und Udo Lindenberg und man könnte auf 2 und 4 mitklatschen. Das Schlagergefühl kommt nicht nur von der Musik (Kitsch-Keyboard, kein Bass, Drums zu laut), sondern auch von den Texten: "Du bist verkauft und verraten" (dass sich herlich zum Refrain von "All my Loving" von den Beatles singen lässt.); "mit Bernd Begemann/auf der Autobahn/Kilometer um Kilometer fahr'n"; und die allerbeste Zeile "Wenn ich dich sehe bleibt mein Herz stehen, (...) will mit dir durch die Nacht gehen." In Letzterem geht es um ein Mädchen, dass so toll ist, es ist wie ein Rocksong.

Hm.

Donnerstag, 5. März 2009

"Sie tragen Anzüge, da können sie keine Arschlöcher sein."



Das hat Peter Hein von den Fehlfarben über Angelika Express gesagt und ich habe ja eine große Schwäche für anzugtragende Bands.

Angelika Express seh ich mir heute Abend nämlich im B72 an. Das neue, durch Shareholder finanzierte Album gibt es als Ganzes zu hören. Ich rechne mit einer einfachen, aber lustigen Show, thematisch irgendwo zwischen Alkoholismus und französischen Filmemachern angesiedelt (OK, so weit liegt das jetzt nicht auseinander.)

Wegen Berlin und Hamburg.... vergiss et. Darüber wird wahrscheinlich nicht mehr geschrieben, waren nur leere Versprechungen. Das haken wir einfach mit folgendem Lied ab: 

Angelika Express - Geh doch nach Berlin (rechts klick, sichern als)

Und weil ich die Fehlfarben mag und dieses Lied ein Juwel deutschsprachiger New Wave-Musik ist, auch noch
 


Ich habe übrigens tatsächlich gebettelt. Ich komm trotzdem nur ins Seminar wenn zwei Teilnehmer nicht auftauchen. Hätt ich mir also sparen können.

Montag, 2. März 2009

Wir sind viele



Hier sollte ja der längst überfällige "Ich bin zurück aus Deutschland"-Post kommen, mit themenbezogenen Liedern und so. Kommt aber nicht, da ich eben diese E-Mail bekommen habe und meine Wut wo auslassen muss. Und wo, wenn nicht im Internet?

liebe studierende!
leider haben sich wieder allzuviele in meinem bakk2-seminar angemeldet. aus paedagogischen gruenden ist es fuer mich jedoch ausgeschlossen, mehr als 30 studierende in das seminar aufzunehmen. bitte sehen sie sich nach einem anderen platz um. ich bitte vielmals um verstaendnis.
schoene gruesse
gerit goetzenbrucker


1. "Pädagogische Gründe" haben am Publizistik-Institut noch nie jemanden interessiert. Wenn sie jetzt damit anfangen, ist das zwar nett und wirklich, ich würde mich freuen, aber dann müssen sie mehr Bakk 2 - Seminare zur Verfügung stellen. Derzeit gibt es für alle 9 Bakk 2 - Kurse insgesamt 293 angemeldete Studenten. Pro Kurs sind 30 Leute vorgesehen. Rechnet selbst.

2. Ich bin auf Platz 33 von 30. Auf Platz 33 von 30 bin ich nicht weil ich mich zu spät angemeldet habe. Ich war wie alle anderen um Punkt 17:00:00 auf der Homepage, habe das Kästchen markiert und auf "Anmelden" gedrückt.
Auf Platz 33 von 30 bin ich, da die Publizistik immer noch nicht gelernt hat, dass der Server dem Druck von mehr als 300 nervösen Studenten, die alle gleichzeitig einloggen und sich alle gleichzeitig für ATs, UEs, SEMs, PSs, PKs anmelden wollen, nicht standhält. Bis sich also die nächste Seite geladen hatte, die mir die Anmeldung bestätigt, war ich von Platz 9 auf 33 gerutscht.
Bittere Ironie, dass das für Medien zuständige Institut nicht wirklich damit umgehen kann. JEDES Semester ist das aufs Neue so und die diessemestrigen Versuche der Verbesserung waren ja höchstens drittelherzig.

3. Ausgerechnet die einzige LVA-Leiterin, die sich mit Online-Medien und sozialen Netzwerken beschäftigt, diejenige mit dem für mich interessantesten Lebenslauf, muss "aus paedagogischen gruenden" auf 30 Seminarteilnehmern bestehen? 
Im Domsich - Seminar sind 52! Aber dem ist es ja wurst ob er seine G'schichtln 30 oder 100 Leuten erzählt.


Vielleicht werde ich betteln. Das muss ich mir noch überlegen.


Dienstag, 17. Februar 2009

Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen

Ich fahre nach Hamburg und Berlin und bin nicht da. In Berlin habe ich ja Leute, in Hamburg nicht. Mein Hamburg-Bild ist ausschließlich von Hans Albers geprägt, aber das kann ja nicht mehr stimmen.

Mein Zug fährt bald, auf Wiedersehen!


Weil's schön ist

Montag, 16. Februar 2009

15.2.2009: Islands, Arena


In der kleinen, sehr gemütlichen, sehr beheizten Halle der Arena 20 Minuten zu spät ankommen, rumstehen, auf die Vorband warten, Vorband ertragen (Brooke's Bedroom: Martin Pieper singt zu Elektroklängen, die nicht so schlimm wären, würde Martin Pieper nicht dazu singen), ein Bier holen, auf Islands warten.

Islands machen ja sehr poppige Musik, die nicht nach Pop klingt - das Mitsingpotential ist eher gering. Live wird es zusätzlich durch Prog- und Grunge-belastete Improvisationen erschwert.
Die Band klingt live weniger verspielt als auf den Platten. Das Bizarre der Islands wurde zugunsten des Rocks abgedämpft.
Die Highlights waren "Don't call me Whitney, Bobby" (das Rihanna gewidmet wurde) und "I won't share you", von Nick Diamond nur von der Gitarre begleitet. Morrissey oder die Smiths zu covern ist eigentlich ein sehr empfindliches Unterfangen, dass nur wenigen gelingt - überraschenderweise hat Nick Diamond, dessen Stimme eher an Kevin Barnes erinnert, es geschafft.

Der Sound hätte besser sein können - die Bassklarinette (Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, dass es eine war, aber das ergab meine google-Suche) hat man kaum gehört und Nick Diamonds Mikrofon war auch zu leise eingestellt.

Die Band war organisiert und routiniert, aufeinander eingespielt, ein bisschen müde, weil nach eigenen Aussagen in der Mitte der Tour, where "everything stops making sense." Das könnte auch die wiederholte Frage an das Publikum erklären, ob wir denn einen "red hot tip" wollten - dieser Tipp war dann "It's: Wrap it" oder "It's rabid" oder "It's rapid".

Ihre Daytrotter Session ist hier zu haben, eine nostalgische Erinnerung an die Unicorns ist hier zu sehen (Es ist zwar eines ihrer schwächeren Lieder, hat aber umso schönere Raumschiffe im Video):


The Smiths - I won't share you

Montag, 9. Februar 2009

Et cetera, et cetera, et cetera

Ich hatte viel zu tun. Echt jetzt. Ich war zwei Wochen lang nur außer Haus um Milch und Schokolade zu kaufen, eine Prüfung abzulegen und eine Freundin zu verabschieden. Jetzt aber zu Erfreulicherem:

Die Grammys sind ja eigentlich ein Witz. Heuer haben sie aber eine Sache gut gemacht, indem sie Radiohead eingeladen haben: Anschauen, bevor es wieder weg ist:



P.S.: Klingt Gwyneth Paltrow immer so, oder ist sie bloß verkühlt? Wenn ersteres der Fall ist, bin ich ganz froh, dass hier alle Filme synchronisiert werden.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Dead Man's Bones

Der Schauspieler Ryan Gosling (Lars and the Real Girl, Half Nelson) und sein Freund Zach Shields gründen eine Band, obwohl sie nicht alle gespielten Instrumente beherrschen. Sie arbeiten mit einem Kinderchor zusammen. Weitere Ingredienzen sind eine Hüpfburg und ein Taco Truck.

Das Ergebnis sollte doch furchtbar sein, oder?

Überraschenderweise ist ihnen aber etwas Gutes gelungen. "In the room where you sleep" ist eine naive Piano-Ballade, getragen vor allem von Goslings Stimme. OK, der Kinderchor nervt manchmal, aber er gehört nun mal zum Konzept.



Dienstag, 27. Januar 2009

Irritationen # 2 + FM4 Geburtstagsfest

Warum habe ich bloß das unbändige Verlangen harte, kantige, schwer kaubare Sachen wie Schwarzbrot zu essen, wenn sich schon jeder Schluck Tee schmerzhaft ist?


Tee muss aber unbedingt sein, denn sonst fühlt sich die Speiseröhre etwas gar sehr zusammengeklebt an. Schuld an der ganzen Mandel-Misere sind Franz Ferdinand und die Rakes - ihnen sei aber aufgrund der guten Liveshow verziehen. 
Nicht verziehen ist hingegen Deichkind, den Hamburger Müllsackpartyrappern. Die Band muss sich bewusst gewesen sein, dass alle ihre Lieder gleich langweilig sind und versuchten dass mit Neonfarben, Trampolins, Wasserpistolen, Federn, einem Riesenraben, Konfetti, Schlauchbootsurfen, Vodkafüttern und gescheiterter Kraftwerkimitation wettzumachen.


So und um den Post etwas positiver zu machen, hier noch "Wine in the afternoon", ein wirklich sehr sehr süßes, schönes, romantisches Video von Franz Ferdinand und ein sehr sehr ironisches, lustiges Lied von den Rakes, dass die britische Musikszene der Jahre 2003-2005 in drei Minuten und einundvierzig Sekunden zusammenfasst.


The Rakes - iProblem

Dienstag, 20. Januar 2009

LDMADTWLM(AMAGS) #3: Grow your own fucking moustache, asshole

Ja, die Serie ist zurück. (Und weil's so lange her ist: eine Erinnerung, was das eigentlich für ein Wahnsinnsakronym ist: Lieder, die man allein des Titels wegen lieben muss (aber musikalisch auch gut sind)). 
So demotiviert bin ich gerade. Aber das Lied kam gerade auf Shuffle und ich dachte: Why not?


The Wet Secrets aus Edmonton, Kanada haben das Genre des march-electrorock erfunden. "Tubas, paint cans and trombones poke into the mix of campy, homo-centric fuzz rock.".
Nach einem wirklich genialen Intro geht es in dem Lied, um ehrlich zu sein, bergab, aber nicht allzu tief, in dieser herrlichen Kritik am ironischen Indie-Schnurrbart.


Mittwoch, 7. Januar 2009

Muss das sein?

Ich habe den Spiegel ja noch nie sehr gemocht. Er ist zu oft zu oberflächlich, negativ und herablassend. Wenn er über Leute unter 30 schreibt, dann sind das

1) arme Würstchen ohne Zukunftsperspektiven, die allerdings noch mehr jammern als eh notwendig wäre.
2) faule Säcke
3) naiv

oder eine Kombination dieser drei Dinge.

Der Titel vom Montag hat mich aber diesmal nicht deswegen aufgeregt.



Das Cover könnte so auch in der Gala sein, da haben die Poster im spiegelonline Forum schon recht. Der Artikel (Überschrift im Heft: "Der Boss des Präsidenten") ist eine Art Homestory über Michelle und Barack Obama, geschrieben von Klaus Brinkbäumer. Er ist nicht ganz schlecht, manchmal verfängt der Autor sich in Floskeln, aber zumindest steht er Michelle Obama Komplexität zu.
Sie wird in der Beschreibung oft "accesoirisiert", sie mache Barack Obama komplett, ergänze ihn. "Sie glättet, wo es holpert, schärft, wenn er stumpf bleibt."
Es liest sich schnell, man ist NIEMALS überfordert, denn der Autor verwendet nur kurze, kurze, kurze Sätze. Soll wohl amerikanisch wirken. "Barack Obama wollte mal Architekt werden. Dann Basketballer. Dann Richter. Michelle Obama hatte solche Ziele nicht. Sie war einfach strebsam. Examen wollte sie machen. Die Gesellschaft ändern. Nicht etwas werden, sondern etwas tun."
Würg.

Doch das alles hat mich nicht so geärgert. Geärgert hat mich der Titel - "Obamas bester Mann. Machtwechsel in Amerika. EIn Präsidentenpaar und seine Vision von einer besseren Welt.". Michelle Obama ist Obamas bester Mann. Wow. So weit haben es die Frauen geschafft, dass ihnen, wenn sie besonders toll sind und man ihnen komplimentieren will, gesagt wird, sie seien so gut wie Männer!
Die Hauptaussage des Artikels ist ja: "Michelle Obama ist eine Präsidentengattin wie es Hilary Clinton war. Nur sexier und sie lässt sich nicht von ihrem Mann bescheißen." - Ist sie deswegen Obamas bester Mann? 
Was soll der Titel ausdrücken? Wer intelligent und sexy ist und sich nicht bescheißen lässt, muss ein Mann sein? Der Spiegel schreibt nicht nur über 50-jährige weiße Männer und Angela Merkels Nasolabialfalten? Obama ist nur im Paket mit seiner Frau zu haben?

Ich bin sensibilisiert durch Judith Butler, Les Reines Prochaines und andere Feministinnen, ich weiß. Klaus Brinkbäumer hat sich den Titel höchstwahrscheinlich nicht selbst ausgedacht. Doch wer auch immer es war, ist ein Ignorant (ich gehe mal davon aus, dass es ein Mann war). 
Ja, der Titel drückt kurz und sachlich das aus, was er ausdrücken will - aber die schnelle Assoziation "Michelle Obama ist Barack Obamas bester Mann = Michelle Obama ist super" funktioniert nur durch unser patriarchal geprägtes Denken und reproduziert es dadurch. Dass Sprache Macht ist, lernt man eigentlich ziemlich früh im Journalismus.



Montag, 22. Dezember 2008

I just came to tell you that I'm going

Ich fahr wieder aufs Land, feiere Weihnachten und vergrab mich in den Büchern.

Wir sehen uns dann nächstes Jahr.

Hier noch eine der schönsten Coverversionen (die es schafft ein Lied aus einer Sprache in eine andere zu transzendieren, ohne dass es lächerlich wird.)

Dienstag, 16. Dezember 2008

Murder by Death


Als ich den Namen das erste Mal hörte, dachte ich es seine eine New Rave/New Wave Band aus Nordlondon. Da ich normalerweiser recht gut bin im Erraten welche Band was für Musik macht (The Boy Least Likely To klingen haargenau so wie ich sie mir vorgestellt hatte, als ich zum ersten Mal den Namen gehört hatte), war ich etwas überrascht als ich sie mir dann anhörte:


Da wird einem eine krächzende, tiefende, raue Stimme entgegengeschleudert, begleitet von der klassischen Rockbesetzung und Cello, meinem absoluten Lieblingsinstrument. Laut Eigenbeschreibung spielen sie "a blend of rocking Americana noir and dramatic post-punk that erased old style and audience boundaries as much as it tested the limits of new ones". 
Murder By Death aus Indiana erzählen whiskygetränkte Geschichten von gefallenen Männern aus dem mittleren Westen, Figuren die einem Steinbeck Roman entsprungen sein könnten. Was wie ein billiger Two Gallants Abklatsch klingt, wird durch die Stimme Adam Turlas (der übrigens aussieht wie eine Mischung aus Abraham Lincoln und Wolverine) und das Cello einzigartig.


Ihr erstes Album mit dem wunderbaren Titel "Like The Exorcist, But More Breakdancing" lässt sich auf last.fm streamen, also spare ich es mir ein Lied hochzuladen.

Samstag, 13. Dezember 2008

Irritationen # 1



Kettenrauchende Vegetarier


Irgendwas daran ist komisch. Das Bild ist nicht stimmig. Für mich steht hinter Vegetarismus kein "Moi, die armen Tiere!"-Motiv, sondern meistens eine andere Argumentation, nämlich die "Die Zucht der Tiere, die wir essen, ist äußerst teuer, tierquälend und umweltverschmutzend."-Argumentation.
Wenn mir also ein Vegetarier irgendwelche Fleischproduktionsprozesse erklärt, dass Menschen hungern, damit wir argentinische Rindersteaks verzehren können und dabei eine Zigarette an der anderen anzündet frage ich mich, ob er auch über die Bedingungen im Tabakanbau Bescheid weiß.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Ich habe am Sonntag einen wunderschönen Film über die Fremdenlegion gesehen.

Ein Satz, von dem ich nie dachte, dass ich ihn sagen würde. Ein Satz, der so doof ist, dass er in Schulbüchern vorkommen könnte: "Setze diesen Satz ins Futurexakt."


Sentain

Ich habe am Sonntag aber tatsächlich einen wunderschönen Film über die Fremdenlegion gesehen: BEAU TRAVAIL (dt.: Der Femdenlegionär)

Beau travail ist ein Film von Claire Denis, der in einem Camp der französischen Fremdenlegion in Djibouti spielt. Der Plot ist simpel: Eine Eifersuchts-Dreier-Geschichte zwischen einem Oberfeldwebel, Galoup, einem jungen Soldaten, Sentain und dem Kommandanten, Forrestier.

Galoup

Die Geschichte ist jedoch nicht das Besondere an diesem Film. Denis stellt den Alltag der Legionäre dar, seinen Zweck (sofern es einen gibt) nicht. Der Tag besteht aus Training und Hausarbeit. Manöverübungen, Wäsche waschen, Manöverübungen, Kartoffeln schälen, Manöverübungen, Wäsche aufhängen, Manöverübungen, Terrasse kehren, Manöverübungen, bügeln.

Ich habe noch nie zuvor einen Film Männer so schön darstellen sehen, der in so einer klassischen Männerumgebung spielt. Denis nutzt dafür die Choreografien der militärischen Übung und stellt sie als Ballett dar, zwischen Geröll und türkisem Meer.

Forrestier

Grundlage für den Film ist "Billy Budd" eine Geschichte von Herman Melville. "Billy Budd" ist auch eine Oper von Benjamin Britten, die große Teile zum (großartigen) Soundtrack beisteuert.

In der Schlussszene des Films tantz Galoup, der von Denis Lavant gespielt wird. Er tanzt so gut, dass darf ich euch nicht vorenthalten: